Die Tuerkei nennt man auch das groesste Freilichtmuseum der Welt.
Dutzende von Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen, zum Teil von imposantem Ausmass.
In der Tuerkei findet sich die aelteste Stadtanlage der Welt (in Catal Hueyuek), die aeltesten Tempelbauten der Welt (bei Urfa), einige der besterhaltenen Amphitheater der Welt (in Aspendos, gleich um die Ecke und oben rechts auf dieser Seite abgebildet) und aehnliche Superlative mehr.
Aber auch immaterielle Dinge wie der Ursprung des Ackerbaues, das Know-how des Weinanbaues und die Erfindung der Baederkultur haben ihre Wurzeln in Kleinasien. Und nebenbei auch unser heiliger Nikolaus, der Bischof in der Nahe des heutigen Kas war. Seine Kirche ist noch recht gut erhalten.
Der Platz dieser Homepageseite wuerde gesprengt werden, wollten wir nur oberflaechlich in die reichhaltige Geschichte des Landes eingehen, doch wollen wir einige Ziele hier vorstellen, die man alle in einem Tag bequem erreichen kann, sei es mit einer sachkundig gefuehrten Tour oder mit dem Mietwagen.
Aspendos
Eine gute dreiviertel Stunde mit dem Wagen entfernt ist das antike Aspendos. Jede antike Stelle in der Tuerkei hat ihre besondere Sehenswuerdigkeit, in Aspendos ist es das Amphitheater. Oben auf dieser Seite ist es schon gesagt: Es ist hervorragend erhalten weil es ueber die Jahrhunderte im Mittelalter als Karavanserei benutzt wurde. Karavansereien findet man ungefaehr alle 50 Kilometer entlang der Seidenstrasse, dies entsprach ungefaehr dem Tagespensum einer Karavane. Hier am Mittelmeer war Endpunkt einer langen Reise, die ueber tausende von Kilometern aus dem Inneren des heutigen China kam. Die Karavansereien waren nicht nur Uebernachtungsmoeglichkeiten fuer die Kameltreiber, sie boten auch Kurzweil und religioese Musse. Organisiert war das Ganze schon professionell, die Karavansereien gehoerten grossen Firmen, die Karavanen zahlten direkt an diese per Monatsabrechnung.
Doch kurz zuerueck zum antiken Aspenos. Das Amphitheater hatte ein Fassungsvermoegen von ca. 15.000 Zuschauern. Als Faustregel rechnet man das Zehnfache an Bevoelkerung in der Umgebung eines halben Tagesmarsches. Nicht alle der also 150.000 Bewohner der Gegend hatten das Recht auf Eintritt. Es war nur die hoehere Gesellschaftsschicht, die Einlass hatte - und nur die maennlichen Bewohner. Fuer Frauen war das Theater tabu, selbst die weiblichen Rollen der antiken Theaterstuecke wurden von Maennern uebernommen.
Nach der Besichtigung des Theaters lohnt noch ein kurzer Aufstieg auf das Plateau dahinter. Man bekommt ein schoenes Panorama von den Resten der Stadt Aspendos zu sehen.
Oberhalb des Amphitheaters: Reste der Stadt Apendos
Das Taurusgebirge
Direkt "hinter unserer Haustuer" steigt das Taurusgebirge auf. Es erstreckt sich vom Westen an der Aegaeiskueste ueber mehrere tausend Kilometer bis in den Osten der Tuerkei (im Prinzip haben wir hier einen Gebirgsruecken, der sich dann ueber den Hindukusch bis in den Himalaya hinzieht). Bis zu 3.000 Meter sind die Berge in unserer Umgebung, im Osten geht's dann noch hoeher.
"Unser" Taurusgebirge beginnt direkt hinter der Stadt Manavgat. Mittlerweile sind auch die kleineren Strassen fast alle asphaltiert, man braucht also nicht unbedingt einen Gelaendewagen, um das Gebirge zu erforschen. Zwei Bilder haben wir von einer kleinen Rundfahrt, die wir einmal mit Yilmaz, unserem Animateur unternommen haben.
Hier stehen wir an einem Punkt in 1000m Hoehe, kaum 15 kilometer Luftlinie vom Hotel entfernt und schauen zurueck Richtung Hotel. Rechts neben Yilmaz' Schulter erkennt man den oberen Manavgat-Stausee, dessen riesige Sperrmauer in ein schmales Tal hineingebaut wurde.
Das folgende Foto ist gerade mal 20 Minuten Wegstrecke spaeter aufgenommen, schon tief im Gebirge. Man blickt von hoch oben in das Tal des Manavgat-Flusses. Links kommt er aus einem tiefen Canyon und fliesst dann tuerkisblau rechts in ein weites Tal. Die umgebenden Berggipfel sind bereits alle ueber 2000m hoch.
Olympos und Chimaira
Eine schoene Fahrt fuehrt ueber Antalya Richtung Westen. Hinter Kemer wird die sehr gut ausgebaute Strasse regelrecht alpin, man ist von 2000 Meter hohen Bergen umgeben, die steil in's Meer hinabfallen. In einer der vielen Buchten findet man die Reste der antiken Stadt Olympos.
Ein paar Kilometer davon entfernt findet sich ein Naturschauspiel namens Chimaira. In einem romantischen Tal parkt man sein Fahrzeug und es geht zu Fuss weiter. Nach gut 20 Minuten erreicht man die "brennenden Steine". Aus mehreren Erdspalten tritt Gas an die Erdoberflaeche, das - einmal entzuendet - seit Jahrtausenden ununterbrochen brennt.
Ursache des Ganzen ist eine tektonische Verwerfung, die entflammbare Gase aus der Tiefe des Erdinneren austreten laesst. Man erkennt die Verwerfung deutlich in der Umgebung: Die Felsen der Berge westlich haben eine graue Kalkfarbe, oestlich herrscht rote Farbe durch Eisenoxydeinschluesse vor.
Dieses Naturschauspiel hat seit jeher die Menschen fasziniert. Tempel wurden errichtet und die Mythologie nahm das Feuer auf. Selbst die Idee des ewigen olympischen Feuers hat hier seinen Ursprung und der Begriff "Schimaere". Als sich das Christentum in Kleinasien ausbreitete wurde eine Kirche errichtet, deren Reste heute noch zu sehen sind.
Nachdem man den feurigen Berg wieder verlassen hat sollte man in einem der umlegenden Restaurants eine lokale Spezialitaet geniessen: Gegrillte Forelle. Die Tiere kommen aus den kristallklaren Bergbaechen der Umgebung und sind von vorzueglichem Geschmack.
Sieht aus wie ein Lagerfeuer ohne Holz: Die ewig brennenden Felsen von Chimaira
Perge
Vom Hotel aus kurz vor Antalya liegt Perge. Sie ist eine der antiken Staedte, die man an der tuerksichen Riviera ungefaehr alle 20 km findet, entsprechend den Abstaenden der Fluesse, die aus dem Taurusgebirge fliessen. Perge muss einmal eine der groessten Staedte an dieser Kueste gewesen sein, selbst die heutigen Reste verteilen sich auf eine Flaeche von mehreren Quadratkilometern.
Besonders gut erhalten sind die Strukturen des Marktplatzes und des Handels, heute wuerde man sagen, der "Shoppingmeile":
Thermessos
Unglaublich beeindruckend ist ein Besuch in der antiken Stadt Thermessos. Fast unglaublich ist vor allem auch der Weg, bis man den Ort erreicht hat. Ca. 20 km von Antalya aus geht es in das Taurusgebirge hinein in das gleichnamige Naturschutzgebiet. Dort bringt uns ein schmales Straesschen ueber viele Serpentinen in eine Hoehe von fast 1000m. Doch wer dort glaubt, am Ziel zu sein, hat gefehlt. Zu Fuss gilt es noch einige hundert Meter Hoehenunterschied zu bewaeltigen bis man buchstaeblich des Atems beraubt Thermessos erreicht. Hoch oben ueber dem Meer, versteckt auf einem Pass, wurde die Stadt errichtet. Die Frage nach dem Sinn des Ganzen draengt sich auf: Warum hat man hier oben eine solch kolossale Stadt gebaut? Wieviele Menschen mussten im Schweisse ihres Angesichts das Material hier hochschleppen und zu Gebaeuden auftuermen?
Muessig, darueber nachzudenken, es bleibt einem nur, das Ganze zu geniessen. Man steht dort oben auf den Resten des Amphitheaters, umgeben von einem wunderschoenen Bergpanorama...und das Meer im Hintergrund.
Aquaedukte...
...versorgten frueher die Metropolen der Kueste mit sauberem Quell- und Schmelzwasser aus dem Taurusgebirge. Hinter jeder groesseren antiken Stadt findet man heute Reste der alten Systeme, teilweise bis ueber 50 km in die Berge hineinreichend.
Das hier abgebildete Bauwerk fanden wir hinter Manavgat kurz vor der Einfahrt zum imposanten Manavgat-Staudamm:
...und wer das Abenteuer liebt,...
...der findet ein reichhaltiges Programm bei unserem Partnerunternehmen AIRRAFT
auf Homepage.